Falke

Frauenbeizjagd auf Kanin

Ein zweifacher Erlebnisbericht von Margarete Heidler und Sandra Peruzzi

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Zu der „Frauenbeizjagd“ des ODF Hessen trafen sich bei milden Temperaturen und im Laufe des Tages immer mehr zunehmendem Sonnenschein 4 Harris-Hawk, 8 Frettchen, 15 Frauen und 1 Mann zu einem gemeinsamen Jagderlebnis auf Kanin.

So unterschiedlich wie die Vorkenntnisse der mehr oder weniger erfahrenen Falknerinnen und Interessierten, waren auch die der Beizvögel. Was das Gelände anging, waren wir vorgewarnt – dachten wir. Es sollte eine noch nicht gemähte sehr große Wiese sein. Diese stellte sich allerdings als eine Fläche mit durchgehendem, mindestens kniehohem dichtem Brombeerbewuchs heraus! Das tat unserem Jagdeifer aber keinen Abbruch. Eingewiesen durch unseren Jagdleiter Berthold Geis, stellten wir die Taktik um und frettierten nur einzelne, halbwegs zugängliche Baue und versuchten ansonsten mit einer Streife Kanin hoch zumachen.

Das erwies sich als absolut richtig. Schon bei der Aufstellung der ersten Streife sprang ein Kanin und Rebecca Ohnesorge lies „Mary“ frei, die so beim ersten Flug an diesem Tag zum Erfolg kam. „Falknersheil“!

Es zeigte sich schnell, dass nicht nur wir Schwierigkeiten hatten, in diesem Geläuf vorwärts und nicht zu Fall zu kommen – was durchaus passierte. Glücklicherweise kamen weder Falkner noch Vögel zu schaden. Auch die Kanin hatten mit diesen Widrigkeiten zu kämpfen. Dieser Nachteil im Vergleich zu offenem Gelände wurde dadurch ausgeglichen, dass die Vögel immer wieder zwar gute Flüge hatten, aber die Kanin dann unter der Brombeerdecke nicht fassen konnten, weil sie „oben drauf“ im Gestrüpp hängen blieben. So war die Chancengleichheit wieder hergestellt.

Dennoch gab es immer wieder Gelegenheit, die Harris fliegen zu lassen, auch wenn sie sich dann enttäuscht, weil sie die Kanin nicht fassen konnten, in die Bäume am Rand des Geländes stellten. Dass sich die 3 Vögel von Berthold gut kennen und auch mit Rebeccas Vogel vertraut sind, erwies sich als Vorteil, damit sie gemeinsam frei gemacht werden konnten, absichtlich oder auch „versehentlich“.

Das Highlight des Tages erlebten wir, nach einem fast erfolgreichen Flug von „Sally“, die das Kanin unter dem Brombeergestrüpp nicht greifen konnte. Nach kurzem Warten auf den weiteren Fluchtversuch der Beute kam es zum Erfolg. Das Kanin sprang unter den Brombeeren hervor, konnte so schnell keinen rettenden Bau erreichen und Jungfalknerin Ayla Uhrig lies geistesgegenwärtig „Kira“, einen Jungvogel fliegen, und so konnten diese beide heute gemeinsam ihren jeweils ersten Jagderfolg feiern! Falknersheil! an Ayla, „Kira“ wurde natürlich an ihrem ersten erbeuteten Kanin aufgeatzt und hatte dann für heute Feierabend.

Nach einer gemütlichen Mittagsrast, die wir dazu nutzten, untereinander und mit Berthold über die Falknerausbildung und seine falknerischen Erfahrungen zu diskutieren, nahmen wir uns den zweiten Teil des Geländes vor, der etwas leichteres Geläuf war. Trotz riesiger Baue und engagierter Arbeit unserer kleinen Jagdhelfer, wollte aber kein Kanin springen.

Als wir schon fast diesen Tag beenden wollten, sprang doch noch eins und zum zweiten Mal kam „Mary“ mit einem kurzen, gezielten Flug zum Erfolg und durfte wohlverdient nach Herzenslust auf diesem Kanin kröpfen.

Als wir schon fast diesen Tag beenden wollten, sprang doch noch eins und zum zweiten Mal kam „Mary“ mit einem kurzen, gezielten Flug zum Erfolg und durfte wohlverdient nach Herzenslust auf diesem Kanin kröpfen.

Und noch eines hat ganz wesentlich zum Gelingen dieses Tages beigetragen: die gute Stimmung, die gegenseitige Hilfsbereitschaft, das problemlose Wechseln der Aufgaben, so dass Jede aus diesem Tag etwas für sich mitnehmen konnte.

Danke Berthold, dass Du immer wieder bereit bist, Dich auch mit interessierten, aber ungeschickten Anfängerinnen abzugeben, ohne Vorbehalte Deine Vögel jeder anvertraust und Dir die Zeit für uns nimmst. Und Euch Mädels dafür, dass das Miteinander so gut klappt, auch wenn wir uns untereinander zum Teil noch gar nicht oder kaum kennen. Das gemeinsame Interesse an der Falknerei verbindet im ODF Hessen und dieser Tag war sicher der Beginn einer wunderbaren Falknerkameradschaft. Margarete Heidler

Bilder von: Susanne Minneker, Stephanie Balk, Anja Kram, Berthold Geis, ODF Hessen
Text von: Margarete Heidler und Sandra Peruzzi, ODF Hessen

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veröffentlicht am Freitag, 19. November 2021