Falke

ODF auf der Pferd & Jagd 2018

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Sie hat schon Tradition, die Messe „Pferd & Jagd“ am ersten Dezemberwochenende in Hannover. Eine 30zig jährige Tradition hat sie auch für die Falkner des „Orden Deutscher Falkoniere“, der Komturei Niedersachsen/Bremen. Diese Messe war auch dieses Jahr wieder ca.100.000 interessierten ein Besuchermagnet.

Insgesamt waren an den 4 Messetagen 13 Falkner mit ihren Beizvögeln vertreten, um den interessierten Besuchern Rede und Antwort zu stehen. Allen voran Heinz Ackermann, der sich schon seit über 20 Jahren um das organisatorische kümmert. Wie groß muss der Stand sein, welcher Falkner kommt mit, was und wie viele Vögel, wer macht wann Dienst, was wird sonst noch alles benötigt? Schautafeln, Infomaterial, Fernseher, und, und, und….

Es ist schon ein „kleiner“ Aufwand der von dieser eingefleischte Truppe betreiben wird um die Falknerei der Öffentlichkeit näher zu bringen. Am Donnerstag ging es schon hoch her. Die Besucher strömten durch die Hallen. Immer wieder wurde ein Zwischenstopp an unserem Stand eingelegt.

Die Landesjägerschaft hatte den Stand entsprechend vorbereitet. Von Donnerstag bis Sonntag waren Heinz mit seinem Wanderfalken, Christian mit seinem Steinadler, Uwe mit seinem Habicht und Hannes mit seinem Harris Hawk durchgehend vertreten. Am Donnerstag war Albin mit seinem Steinadler auf dem Stand, sowie Easy mit ihrem Rotschwanzbussard und Ronny, aus der Nähe von Berlin mit seinem Harris angereist war. Er unterstütze die anderen Falkner auch noch am Freitag. Zwischen den verschiedenen Recks und Blöcken wurde es nun schon ein wenig eng.

Sehr selten bekommt man diese Vögel so nah zu sehen war die allgemeine Meinung der Besucher. Alleine die unterschiedlichen Spannweiten und Größe der Fänge sorgten für Aufsehen. Dass ein Steinadler ca. 6 KG wiegt und ein Habicht ca. 1200 Gr. war vielen nicht bewusst. Auch der Unterschied von Weib und Terzel war unbekannt.

Christian und Albin mussten sich immer wieder mit ihren imposanten Steinadlern in Pose bringen. Selfies sind heutzutage in. Hauptsächlich die Kinder waren kaum von den Vögeln zu trennen. Aber mit einigen Überredungskünsten und einem Foto ganz nah am Vogel konnten die Eltern die Kinder dann doch noch zum Weitergehen überreden.

Den Besuchern wurden die verschiedensten Arten der Beizjagd erklärt. Sehr gespannt waren die Besucher wenn Albin oder Christian Jagderlebnisse auf Hase oder Fuchs erzählten. Wie viel Jagdflüge manchmal nötig sind um zum Erfolg zu kommen und mit welchen Tricks die Beute dem Adler entkommt. Aber genau das ist Beizjagd, eine selektive Jagd, wo der bessere seine Chance hat.

Genauso wie mit dem Steinadler wird auch mit dem Harris Hawk, dem Habicht und dem Rotschwanzbussard vornehmlich auf Niederwild wie Hase und Kaninchen gejagt, da diese allesamt Grifftöter und Kurzstreckenjäger sind. Der Wanderfalke stellte an dem Stand eine Ausnahme dar, da der Wanderfalke ein Langstreckenjäger und Bisstöter ist und Flugwild wie Krähen, Elstern, Enten oder Möwen jagt.

Die Frage kam immer wieder auf, warum ist dieser Beizvogel verhaubt? Da Heinz Ackermann schon seit 50 Jahren erfolgreich Wanderfalke fliegt, hat er die Erklärung sofort parat. Dadurch, dass der Wanderfalke ein Langstreckenjäger ist und seine Sehstärke 10 mal besser als die des Menschen ist, würde er ohne Haube eine Beute schon eher sehen als der Falkner selbst. Und um dem vorzubeugen, wird die Haube immer erst abgenommen, wenn der Falkner eine bestimmte Beute ausgemacht hat und seinen gefiederten Freund darauf anjagen lässt.

Am Samstag wurde im Team ausgetauscht, so dass jetzt Kai-Helge mit seinem Habicht unterstütze, Frank mit seinem Rotschwanzbussard und Dieter mit seinem Harris Hawk. Solch eine starke Truppe ist auch schon nötig um allen interessierten Besuchern die Fragen beantworten zu können und auch immer wieder für Fotos in Position zu stehen.

„Wie bekommst Du den Vogel so zahm?“ War die Frage eines Kindes.

Hannes erklärte dem Kleinen, der angespannt lauschte, wie der alljährliche Ablauf ist. Zuerst wird der Vogel „abgetragen“. Das heißt, der Falkner nimmt seinen Vogel auf die Faust und trägt ihn umher, so dass er sich an alles gewöhnt. Straßenverkehr, fremde Menschen und Hund. Dann erfolgt das sogenannte Beireiten, indem der Falkner den Vogel im immer größeren Abstand zu sich ruft und mit einer Atzung („Leckerlie“) belohnt. Wenn das ohne Probleme klappt und der Vogel regelmäßig zum Falkner kommt, also Apell hat kann er in Jagdkondition gebracht werden und ist für die Beizjagd bereit. Als Hannes ihm noch sagte: „Das dauert ca. 5-6 Wochen oder sogar noch länger um mit dem Beizvogel eine tiefe Bindung einzugehen, wurden die Augen immer größer und der Junge war sehr erstaunt.

Aber nicht nur für Kinder war vieles neu, sondern auch für viele Besucher und auch alteingesessene Jäger wurde das Wissen mal wieder aufgefrischt. Es ist doch erstaunlich wie wenig Wissen einige Jäger über Greifvögel haben. Somit wurde gute Öffentlichkeitsarbeit geleistet und Weiterbildung betrieben.

Am Sonntag wurde die Truppe der Falkner noch einmal durch Thomas mit seinem Harris verstärkt. Aber auch Uta unterstützte die Truppe an der Seite von Christian tatkräftig.
Zwischendurch konnten wir uns immer wieder mit leckeren Speisen und auch Getränken am Stand der VGH Versicherung versorgen. Vielen Dank dafür.

Zwei Mal täglich ging es auf die Aktionsbühne der Landesjägerschaft. Hier wurde von Heinz noch einmal vor großem Publikum die Falknerei und alle Beizvögel vorgestellt. Der Weg von Abtragen bis zum Jagdeinsatz des Beizvogels wurde erklärt, wie auch die verschiedensten Jagdarten der Beizvögel. Was viele Besucher gar nicht wussten, ist dass die Falknerei über 4000 Jahre alt ist und heute noch in fast unveränderter Form ausgeführt wird, und auch seit dem Jahre 2016 in Deutschland zum UNESCO Weltkulturerbe gehört.

Sonntagnachmittag gab es noch einen Pressetermin beim „Niedersächsischen Jäger“ incl. einem Fotoshooting.

Am Stand liefen auf dem bereit gestellten Fernseher verschiedene Filme über die Beizjagd. Hier konnte jeder Besucher sehen wie so etwas in „Natur“ abläuft. Denn Beizjagd ist eine Jagdart, wie sie in der Natur tag-täglich tausendfach vorkommt. Auch an den Schautafeln konnten sich die Besucher über die verschiedenen einheimischen Greifvögel informieren. Wer Interesse an weiteren Infomaterial hatte, wurde bestens versorgt. Genauso wie die Falkner am Stand des „Niedersächsischen Jäger“ mit einem Glas Bier.

Am Sonntag gegen 18°° Uhr war dann alles wieder vorbei. Es wurde alles wieder verpackt und verstaut. Nach einem verdienten Abschiedsbier ging es wieder auf die Heimreise. Es waren schöne, aber auch anstrengende Messetage für die allen Beteiligten ein herzliches Dankeschön gebührt.

Doris Andres
Obfrau für Öffentlichkeitsarbeit
der ODF-Komturei Niedersachsen

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veröffentlicht am Dienstag, 08. Januar 2019