Falke

Zum 100. Geburtstag von Heinz Sielmann

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Wer kennt ihn nicht, den großen Tierfilmer. Jeder hat seine Sendungen und Filme geradezu nur so „verschlungen“. Am 02. Juni 2017 wäre Heinz Sielmann 100 Jahre alt geworden.

Seinen ersten Film „Vögel über Haff und Wiesen“ drehte er 1938 und das gleichnamige Buch dazu erschien 1943. Bekannt wurden auch seine Kinofilme wie „Herrscher des Urwaldes“ oder „Galapagos – Trauminsel im Pazifik“.

Aber seine Sendung „Expedition ins Tierreich“, die von 1960 bis 1991 lief machte ihn erst richtig bekannt.

Im Jahre 1994 wurde die „Heinz Sielmann Stiftung“ gegründet und im Jahre 1996 in Duderstadt das ehemalige Gut Herbigshagen, https://www.sielmann-stiftung.de/natur-erleben-schuetzen/gut-herbigshagen/, mit einer Ausstellung über seine Lebenswerke eröffnet. Dieser Ort wurde zum Dreh,- und Angelpunkt seiner weiteren Ziele.

Hier, in der Franz-von-Assisi-Kapelle auf Gut Herbigshagen, fand er auch nach seinem Tod im Jahre 2006 seine letzte Ruhestätte.

Zum 100 Geburtstag von Heinz Sielmann wurde auf Initiative des Duderstädter Briefmarken-Clubs eine Sonderbriefmarke mit Wert von 45 Cent herausgebracht.

Natürlich sollte der Geburtstag des „Pionier des deutschen Tierfilms“ gebührend gefeiert werden. Und welcher Ort eignet sich nicht besser als die Städte seines letztens Wirkens wie die „Heinz Sielmann Stiftung“ auf Gut Herbigshagen in Duderstadt. Unter dem Motto „Vielfalt ist unsere Natur“ wurde das Fest am Pfingstmontag den 05.06.17 bei sonnigem Wetter eröffnet.

Die von weitem zu sehenden neuen Banner „Vielfalt ist unsere Natur“ der Heinz Sielmann Stiftung begrüßten die in Scharen anströmenden Besucher. Am Ende der Veranstaltung waren ca. 4000!

An vielen Stände gab es Mitmachaktionen. Der Ökologische Lehrgarten bot in der Hamsterküche Backaktionen an und die Natur-Ranger hatten eine Entdecker Rally vorbereitet. Im Schulbauernhof konnte Melken gelernt werden und der Schmied und der Seiler zeigten ihre Kunst. Natürlich haben die Stände zur „Nahrungsaufnahme“ auch nicht gefehlt.

In Zusammenarbeit mit der Jägerschaft Duderstadt baute auch ich einen Stand zur Information über Falknerei und Beizjagd auf, der in die wunderschöne Biotoplandschaft, geschaffen von Janine Ley, Obfrau für das Infomobil, mit einfloss. Für die Kinder und Familien wurde ein „Schlaufuchs-Diplom“ angeboten, Mal und Bastelangebote rundeten das Angebot ab. Der Erfolg eines solchen Infostandes hängt besonders von der Ansprache der Kinder und Familien ab. Man muss den Kindern auf Augenhöhe begegnen. Das Erleben durch Fühlen und Anfassen ist wichtiger Bestandteil für solche Veranstaltungen.

Dadurch, dass ich meine Harrisdame Jeany und meine beiden Frettchen Fee und Paula dabei hatte, war der Entdeckerdrang der kleinen und großen Besucher ungebremst, da Tiere immer ein Publikumsmagnet sind.
Viele Fragen über die Beizjagd und das Frettieren wurden gestellt. Viele wollten die „ach sind die niedlich(en)“ Frettchen streicheln. Da die Frettchen sehr handsam sind durften diese dann auch von den Kindern „gekuschelt“ werden.

Für viele war der Unterschied zwischen Greifvogel,- und Eulengewölle nicht bekannt, was ich aber durch die mitgebrachten Gewölle gut erklären und veranschaulichen konnte. Auch die Ausrüstung für die Falknerei wie Waage, Bells, Geschühriemen, Langfessel, Balg oder Sprenkel waren für viele unbekannt. An Schautafeln konnten auch die verschiedenen heimischen Greifvögel und Eulen dargestellt und Eigenarten wie das Jagdverhalten erklärt werden.

Somit erfolgt der Leitsatz: „Alles was ich kennengelernt habe, weiß ich zu schützen, zu schätzen und zu bewahren“.

Parallel wurde auch auf die neue „Wildvogelhilfe Station“ https://igwsn.de/ aufmerksam gemacht, die von unseren Komturei Mitgliedern Julia Metternich und Magnus Duda in diesem Jahr ins Leben gerufen wurde und geleitet wird.

Rundum war es ein gelungenes Fest bei dem die Besucher auf ihre Kosten kamen und über die Natur und deren Zusammenhänge aufgeklärt wurden.

Thomas Andres
Komturei Niedersachsen

P.s. Bis zum 05.11.2017 gibt es im Museum für Naturkunde in Berlin die Sonderausstellung „Sielmann“.

veröffentlicht am Freitag, 28. Juli 2017